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Is it time to speak up or time for silence? Time for peace or is it time for violence? Is there anybody out there that's payin' attention?

Damals. Lähmung greift durch meinen Körper und zieht an allem, nur damit ich es nicht mache. Schreit mir zu (schreit so leise, dass ich es kaum höre). Zieht an meinem Magen, bis ich das Gefühl habe, ich müsste mich übergeben. Und doch sagt mir die eine Stimme, dass sich das doch so anfühlen soll. SO fühlen sich Menschen, wenn sie es wollen. Oder nicht? Ich spüre dennoch nur Lähmung und den unbändigen Wunsch, mich weg zu lehnen und ganz weit weg zu rennen. 

Ich saß mit J auf dem Spielplatz auf diesen komischen Klettergerüst. Ich weiß nicht, wie wir da gelandet sind. Generell ist alles schwammig um die Erinnerung, den Tag herum und nicht klar. Ich weiß nur, dass wir uns damals häufiger mal ohne M getroffen haben. M fand das, glaube ich, doof. 

Ich weiß auch nicht, wie ich in der Situation gelandet bin, alles war so stumm bis ich den Einsatz vom Regisseur bekommen habe. Der meinte, und nun küsst du sie. 

Ich wachte auf aus meinem angenehmen Schlaf und befand mich plötzlich in der Realität. Davor war alles noch entspannt und betäubend, so wie jedes Mal. Doch jetzt war ich in einem Albtraum, obwohl mein Kopf alles tat, um mich da raus zu halten. Ich war gefangen zwischen harter brutaler Realität und dem einlullenden Schrei des Nicht-Wollens. 

Es war schon Dunkel, oder zumindest dämmerig. Ich konnte J nicht so richtig sehen und mir so einreden, dass ich nicht wirklich sie küsse. Es könnte auch XY sein. 

Ich sollte meinen Kopf von ihrer Schulter lösen und mich dann vorbeugen. Doch die Lähmung hatte meinen Körper voll im Griff. Alles schrie und schrie und schrie. Aber leider nicht laut genug. 
Und mein Magen rebellierte, und ich dachte, dass sich Schmetterlinge wohl so anfühlen müssen. Ich hab beschlossen, dass ich Schmetterlinge im Bauch als Gefühl hasse. Wie können Menschen das nur mögen? Es ist mir unbegreiflich. Ich wollte nur irgendwo sein, nur nicht hier. Aber ich könnte und durfte jetzt nicht einfach wegrennen, ich hatte doch meine Skript-Anweisung (wie ich sie noch öfter in meinem Leben haben werde). Und diese Anweisung würde mich durch diese Szene lenken und mir zeigen, wie ich heile und gut aus dieser Situation komme. Ohne dass irgendwer verletzt wird (außer mir). 

Ich handelte also wider meiner Lähmung (wie ich es noch öfter machen werde) und küsste J. Es war alles andere als toll. Ich wollte mich einfach nur noch überg*ben. Und ich war stolz, dass ich es durchziehen konnte. Auch wenn ich gegen alles gehandelt habe, was mein Körper mir gesagt hat. Und Stolz war auch nur der Regisseur, der mir meine Skript-Anweisungen gibt. Er hat kein wirkliches Interesse an meinem Wohlergehen, nur dass ich unbeschädigt aus solchen Situationen komme. Unauffällig und so schnell wie möglich, ohne größere Reibungen, die mir potentiell schaden könnten. Verwandele dich in Wasser und gebe so wenig Widerstand wie möglich, dann tut es auch weniger weh, wenn Menschen sich durch das Wasser (durch dich) kämpfen/schlagen. 

Ich habe das Gefühl über die Jahre noch häufiger kennengelernt. Nein-sagen ist schwierig, wenn automatisiert die Anweisungen vom Regisseur kommen. Mach einfach mit und warte bis es vorbei ist. Sei Wasser, was sich den Umständen anpasst und keinen Widerstand leistet, denn der tut weh und kommt dir teuer zu stehen. Willst du für den Schmerz der anderen Person verantwortlich sein? Willst du für die verletzten Gefühle des Gegenübers verantwortlich sein? Nein? Dann mach jetzt einfach mit und kümmere dich um deine Wunden später; die kannst du zumindest kontrollieren. 

Aber es tut sehr weh. Und Grenzen aufzeigen fällt so schwer, wenn man es nie gelernt hat. Und die eigenen Grenzen tun auch manchmal weh, weil sie machen, dass ich die Zurückweisung, die ich anderen gegeben habe aus Selbstschutz, selber fühle. Weil ich darauf getrimmt wurde, auf andere zu achten, ihre Bedürfnisse an erster Stelle zu stellen. 

Es tut weh. Die Erinnerungen tun weh, und widern mich an. Die Grenzen tun weh. Alles tut ein bisschen weh. 

Kommentare

  1. Hey, das macht überhaupt nichts, ich habe jetzt ja auch länger gebraucht, um zu antworten. Irgendwie bin ich im Moment ziemlich geschlaucht.
    Dann hast du die praktische Prüfung jetzt schon bewältigt, richtig? Magst du erzählen, wie es gelaufen ist? Ach ich verstehe das, in meinem Kurs hatten wir auch alle am meisten Angst vor der praktischen Prüfung. Es scheint tatsächlich "dramatischer" zu sein als schriftliche oder mündliche Prüfungen.
    (Bin gerade irgendwie zu fertig, um mehr zu schreiben. Sorry. Ria.)

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  2. Danke für deine Worte!
    Es tut mir leid, dass du so viele Schmerzen ertragen musst. Ich wünsche dir so sehr, dass du es schaffst Grenzen zu setzen, um dich vor einem Teil dieses Schmerzes zu schützen. Fühl dich gedrückt ♥

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