dass die Sichtbarkeit der Sicherheit / mit Sicherheit nicht sichtbar bleibt / sicher bleibt dass du erst merkst was das / bedeutet, wenn du plötzlich nicht mehr weißt, was Freiheit war
Viel ist irgendwie passiert.
Der Stress der Ausbildung wird nicht weniger, eher nimmt er zu. Primär weil immer mehr Abgaben und Präsentationen anstehen (nach nur einem Monat Schule). Wir müssen drei Portfolios erstellen, parallel dazu noch zwei Interviews mit Fachkräften führen (und diese dann in 40 minütige Präsentationen verwandeln plus Handout), zwei Klausuren, sowie generell die Suche nach Praktikums- und Hospitationsplätzen. Und das alles ist fällig bis Ende November/Anfang Dezember. Ich könnte k*tzen.
Ich hasse meine Modul 1 + Politik Lehrkraft. Sie ist einfach das letzte. Ich hatte Zeit meines Lebens jemals so eine schlimme Lehrkraft. Normalerweise komme ich mit allen irgendwie klar, auch wenn ich sie nicht abkann, aber sie ist anders. Ich könnte sie mittlerweile anschreien, oder den Raum schreiend verlassen. Das Problem ist, dass sie nicht mit sich diskutieren lässt, abartig perfektionistisch ist (am besten sollte man ihre perfekt vorgefertigte Lösung aufsagen), andere vor der Klasse bloßstellt und keine Fehler eingestehen kann und wenn doch, dann nur mit ellenlangen Rechtfertigungen. Gleichzeitig erlaubt sie niemanden, sich zu erklären (nicht zu verwechseln mit rechtfertigen). Und sie lässt die letzten Stunden jedes Mal so lange wiederholen, dass häufig dafür eine Unterrichtsstunde dafür draufgeht (und bei den Wiederholungen will sie jedes letzte Detail genannt bekommen, von Leuten die die Stunde davor nicht da waren, um zu prüfen, ob sie sich erkundigt haben). Diese Person löst so krasse Wut-Gefühle in mir hoch. Die Höhe ist auch noch, dass das Fach nicht mal prüfungsrelevant ist. Wir werden keine Abschlussprüfungen in dem Modul bzw. in Politik schreiben. Ich verstehe einen grundsätzlichen Anspruch, aber man könnte bei ihrem Niveau meinen, dass wir unsere Prüfungen in dem Fach schreiben. Tun wir aber nicht! Ich könnte verzweifeln (bin ich aber nicht der Mensch für). Ich versuche echt eine gewisse Ruhe zu bewahren, aber sie wird mir jedes Mal geraubt.
Dabei sind noch viele andere Dinge passiert. Zum Beispiel mache ich scheinbar sehr gute Fortschritte in der Therapie. Wir haben über ein paar Dinge aus der Vergangenheit geredet und das eine Mal bin ich so spontan in Tränen ausgebrochen. Mich hat das unglaublich verwirrt, weil es eigentlich eine Sache war, die mir schon irgendwie bewusst war und an die ich mich schon mehrfach erinnert habe, aber als ich es meiner Thera erzählt habe, kamen plötzlich so viele Gefühle hoch und weinen war da meine primäre und einzige Antwort darauf. Leider ist der schwarze Fleck aus meiner Erinnerung nicht verschwunden, aber immerhin habe ich schon ein Gefühl dazu verknüpft bekommen (endlich - das erste Mal) und dass ist ziemlich krass.
Wir haben auch letzte Stunde nochmal über Diagnosen geredet und ich bin zur Erkenntnis gekommen (also eigentlich schon vor über einem Monat lol), dass meine BPD-Diagnose nicht zutrifft. Und irgendwie .. ist das richtig okay?? Vor einem Jahr hätte ich mich dran geklammert als Erklärung und Ausrede für alles, damit mit bestimmten Verhaltensmustern leben konnte, statt sie als "einfache" starke Trauma-Reaktion zu sehen und dann dran zu arbeiten. Ich sehe immer noch einige Parallelen, aber ich kann mich davon distanzieren und meine persönliche Komplexität sehen. Und das erfüllt mich mit Stolz. Auch generell merke ich, wo ich mich charakterlich weiterentwickelt habe und es freut mich irgendwie (weil ich noch mehr Potential spüre). Gleichzeitig kämpfe ich hin und wieder mit dem Gefühl der Machtlosigkeit, weil ich glaube, dass ich immer charakterlich die Person bleiben werde, die ich vor 5 Jahren war und dass ich keinen Einfluss darauf besitze, wie ich sein kann. Zum Beispiel kann ich mir nicht vorstellen, dass ich jemand sein könnte, der super lieb und nett ist und einfach zum liebhaben ist (was total okay; ich strebe das absolut nicht an). Aber ich glaube manchmal, dass ich an gewissen Pfeilern, die meine Persönlichkeit ausmachen, hängen bleibe und nicht ändern könnte, selbst wenn ich alles dran setzen würde, z.B. bin ich manchmal sehr "viel", ich habe dann einen hohen Output und flute andere mit Infos, die in meinem Kopf rumschwirren. Und dass ist nichts, was ich ändern könnte. Also versuche ich, meinen Frieden damit zu schließen. Ich hoffe, es kam irgendwie rüber, was ich meinte :D
Eine weitere Sache ist passiert, die ziemlich gut ist, auch wenn sie fragwürdig entstanden ist.
Ich habe eigentlich "Regeln", wie ich mit Menschen aus meiner abgeschlossenen Vergangenheit umgehe. Googlen/im Internet/Social Media nachschauen, was sie so machen ist okay, aber es wird kein Kontakt oder ähnliches aufgebaut, oder ähnliches was auf meine Existenz und meine "Nachforschungen" aufmerksam macht. Die Regel habe ich, weiß Gott warum, missachtet, als ich meinen ehemaligen Tutor aus meiner Abi Zeit gegooglet habe. Ich kam damals mega gut mit ihm klar, auch wenn wir charakterlich bzw. interessensbezogen echt unterschiedlich waren. Ich hatte ihm im Erdkunde LK (ich hab's geliebt, auch wenn ich eher mittelmäßig war) und wir haben drum herum viel miteinander geredet, und ich hab echt sau viel gelernt. Insbesondere Kompetenztraining sowie kritisches Denken/Hinterfragen von Inhalten/Quellen. Aber generell ist er ein spannender Mensch, er hat ne Menge erlebt und dadurch reale Erfahrungen gesammelt mit den Lehrinhalten (der dude ist mittlerweile 62 oder so) und die teilt er auch mit. Ansonsten gefiel mir, dass er straightforward ist und seine Erwartungen klar und direkt formuliert, und bullshit halt wenig toleriert (ohne dabei rude oder gemein zu sein). Trotzdem weiß er um seinen pädagogischen Auftrag und hat den wohlplatziert angewendet. Und er hat meine Witze und Kommentare gut ausgehalten, oder ist darauf eingegangen, z.B. habe ich themenbezogen immer auf meine Klausuren bei ihm gemalt (Garnelen als es um Garnelen-Farmen in Asien ging) und er hat drauf geantwortet bei der Korrektur. Find ich sehr sympathisch. Naja, lange Rede kurzer Sinn: ich hab ihn über Ebay gefunden und ne Uhr von ihm gekauft, und er hat sich an mich erinnert (bzw an meinen deadname) und er hat mir am Ende angeboten, dass wir via SMS Kontakt halten könnten und das macht mich ziemlich glücklich. Ich habe ihm zwar nichts von meinem neuen Namen erzählt (und habe es nicht so richtig vor), aber irgendwie ist das okay. Also ich würde es schon machen, aber ich geb' dem Ganzen noch etwas mehr Zeit.
Joa und ansonsten läuft alles in seinen Bahnen, oder so ähnlich.
Ich werde nächste Woche zum einen auf ein Ehemaligen-Treffen gehen (von meiner alten Einrichtung) und bin gespannt wie es laufen wird und zum anderen die Situation ausnutzen und zwei Freunde besuchen und Tage bei denen verbringen. Darauf freue ich mich schon echt am meisten. Ich bin auch super gespannt, wie sich andere aus meiner alten Wohngruppe entwickelt haben. Ich weiß zwar nur von einer, dass sie kommen wird, aber ich hoffe, dass noch ne ehemalige Freundin da sein wird.
joa, das war's dann auch wieder. Großer info-dump und so :D
XO S
Du bist auch noch da <3
AntwortenLöschenFreut mich wirklich sehr.