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31/08/22

 Die neue Ausbildung hat angefangen und schon jetzt habe ich ein Stresslevel und Anspruchsstress als wäre ich in den Prüfungen. 

Es ergibt sowas von keinen Sinn; ich muss erst noch meine Mitschüler*innen kennenlernen und wissen, was mich zu erwarten hat. Und doch springt mein Kopf jetzt schon 5 Schritte weiter. Es ist schrecklich. Ich kann von den meisten Sachen, die wir jetzt thematisch anfangen, noch nichts wissen. Ich bin extra da, um sie kennenzulernen, und doch hat eine Stimme in meinem Kopf den Anspruch, dass ich ALLES darüber weiß und mit meinem Wissen brillieren sollte (nicht um anzugeben, sondern um gute Noten zu erhalten). 

Ich bin auf jeden Fall im guten Blick der Lehrkräfte. Bin präsent und versuche charismatisch zu sein (der Erfolg ist ungewiss). 

Aber dann... ich habe meinen deadname sooft in den letzten zwei Tagen gehört wie schon lange nicht mehr, vor allem nicht im schulischen Kontext. Und es tut so so so weh und fühlt sich jedes Mal wie ein Schlag ins Gesicht an. Ich kann mich nie ganz entscheiden, ob ich in den Situationen weinen, oder die Lehrkraft hauen will. Eigentlich haben alle meine Lehrer*innen die Info zu meinem Namen erhalten. Aber scheinbar wollen es manche ganz genau wissen. 

Meine Bio-Lehrerin hat es heute auch vor der gesamten Klasse diskutiert und wollte einfach ganz weit weg. Sie hat später mit mir noch über andere trans* Azubis aus ihren anderen Klassen geredet und hat die einfach hart falsch gegendert und da wollte ich sie echt hauen. Vor allem weil mich ihre Formulierung so zur Weißglut gebracht hat. 

Sie meinte zu mir dann "Ja, also ich habe auch in anderen Klassen Schüler, die sich aus diversen Gründen nicht bei ihrem richtigen Namen genannt werden wollen. Ich hab dann da junge Männer, die einen weiblichen Namen haben oder junge Frauen, die einen männlichen Namen haben. [...]"

Alles an ihrer Aussage tat mir soo weh. Und bei der guten Frau werde ich die nächsten zwei Jahre Unterricht haben. Prost Mahlzeit, oder so ähnlich. 

Ich habe auch Angst, dass meine Mitschüler*innen irgendwann mal nen doofen Kommentar reißen, oder straight up transphob sind. Nicht dass sie es bis jetzt gewesen wären, aber die Angst ist definitiv da. Jahre des Mobbings ziehen sich doch noch nach. 

Ansonsten habe ich irgendwie nicht viel zu erzählen. Ich freue mich aber darauf nach einem Monat Pause wieder Therapie zu haben (meine Thera hatte Urlaub). Es ist doch irgendwie eine ganze Menge passiert, worüber ich reden wollen würde. 

XO S

Kommentare

  1. Puuh, das mit dem Deadname kommt mir nur zu bekannt vor und ich fühle richtig mit dir... :( Ich wünsche dir ganz viel Kraft, die Anfangszeit durchzustehen! ❤️
    Was für eine Ausbildung machst du denn jetzt?

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