Damals. Du warst HassLiebe.
(mir wird schon instant kalt und meine knie fangen an massiv weh zu tun - Lied im Hintergrund: hold me back von matbow)
ich muss darüber schreiben. auch wenn sich alles in mir wehrt. ich will es loswerden. ihren geist aus mir rauskriegen. sie aus mir rauskriegen. ihre Vergiftung von vor mehr als 10 Jahren.
sie hieß N. und war das beste und schlimmste für mich. ich erinnere mich nur sehr schwammig an sie. (mein Körper macht weniger mit als gedacht. ich zittere wie Espenlaub).
wir waren zusammen im Kinderheim damals. sie hatte noch zwei Geschwister von sich da. K und K. mit denen hatte ich wenig zu tun, weil sie keine schulk*nder waren.
ich weiß nicht mehr wie es anfing, wie es überhaupt dazu kam, der ganze Zeitraum von damals ist mit so vielen schwarzen löchern gespickt, dass es schon echt nicht mehr lustig ist.
ich kann mich aber so ungefähr an ihren einleitenden Satz erinnern. "soll ich dir gute Gefühle machen?" oder so ähnlich, manchmal kann man sich an den Satz erinnern, meistens aber nicht. ich/wir können seitdem diesen Satz nicht mehr hören.
wir waren auf der sch*lt**lette. in ein und derselben Kabine immer wieder. der platz wird im Rückblick immer schmutziger. obwohl es doch ein sonst so sauberer Ort ist. wir fühlen uns dreckig. es gibt gar kein wir. halt die schnauze. nein, ich will reden. nein. doch.
wir erinnern nur sehr sporadische Szenen, was wahrscheinlich das beste ist. aber gleichzeitig will ich wissen, was damals passiert ist. es wurde unser ... Spi*l. jede pause trafen wir uns (ich glaube, wir gingen in dieselbe klasse???) und ... spielten... unser ... spi*l. mit 6/7 Jahren.
erk*nd*t*n die k*rp*r. it was about pl**sure. i guess.
und nebenbei gab es pausen, in denen ich vor hunger getrieben in den m*llt*nn*n nach essen suchte. ich aß/verschl*ng das, was ich fand. alles. es war nur etwas ekl*g, aber der hunger war stärker. nicht aushaltbar.
wenn wir im Heim waren, dann gab es das spi*l nicht, glaube ich. aber ich sp***** mit anderen k*ndern. wir waren opfer von dem großen Virus. ich weiß sonst keine passende Beschreibung. ich weiß nicht, wie es anfing, wie es aufhörte. ich war zu lange in diesem heim. es war nur eine Clearingstelle/Inobhutnahme. ausgelegt für 2 bis maximal 5 Monate. ich war 21 da. alles verschwimmt. ineinander. miteinander. wer ist wer? wer bin ich in dem gef*ge?
aber das mit Abstand schlimmste war es, das sp**l in den Akten zu lesen, wo es als genau das beschrieben wurde. als sp**l. ABER WIR WAREN AUFGEFÜHRTE T*T*R IN DER AKTE. wir wollen sterben. wir können das nicht mitmachen. ich bin kein t*t*r. niemals, bitte nicht. bitte... das kann ich nicht stemmen. ich war doch ein *pfer. es tut so so weh und löst so viel sch*m aus, dass es mich/uns von innen zerreißt. wir... ich (?) , der Körper, das ich von damals, kommen damit nicht klar. wenn wir t*t*r sind, dann sind wir sch*ldig und müssen st*rb*n. weil wir schlecht sind.
alles an diesem heim war vergiftend. ich weiß nicht, ob vor dem heim schon mal sowas passiert ist. ob der w*derliche Nachbar uns, den k*rper *ngef*sst hat. das Bauchgefühl und eine ganz ganz ganz leise stimme im Kopf sagt ja. aber ich will es nicht glauben, zumal keine Erinnerung dazu vorhanden ist. wir erinnern uns nur daran, dass wir bei ihm Ariel geschaut haben. und wir hatten angst vor seinem Schäferhund. es roch so widerlich in seiner k*che nach Hundefutter. und manchmal waren wir auch im k*ller. weil die Erzeugerin da hin und wieder war und der Nachbar. und andere m*nner aus unserem haus. we cannot remember who exactly.
aber wieso rede ich von einem wir? ich bin doch ich? vielleicht lässt es sich so leichter ertragen? die tra*mata leichter erzählen? wir sind abgespaltene teile, aber keine Personen. aber das verwirrt. zumindest mich. aber ich will davon erzählen.
die ersten Schuljahre waren eng verknüpft mit dem heim, weil beides gleichzeitig stattfand. und es waren mitunter die schlimmsten Jahre. weil die zeit bei der Erzeugerin noch weniger da sind im Kopf. und die Zeit nach dem Heim war auch nicht besser. Wir dachten, weil wir die Reaktionen von anderen K*ndern gesehen haben, wenn ihnen gesagt wurde, dass sie nicht wieder zu ihrer F*milie können, dass wir zur F*milie gehen sollte, als wir gefragt wurden. also sagte man 'ja' zur Frage, ohne auf sich zu hören. ich glaube, man war zu taub innen drin. da war nur Schmerz. glaube ich. die Erzeugerin mochte das andere K*nd da mehr als uns, und das tat weh. wir haben die Freude und die liebevolle Art gesehen, mit der sie dieses GOTTVERDAMMTE K*ND begrüßt hat. UND MICH NICHT. an dem Abend haben wir zwei Dinge gelernt: die Erzeugerin zu hassen und man hat den Körper zum ersten Mal weinen gesehen, im Spiegel. laut Akte hat der Körper davor schon geweint, aber daran erinnert man sich nicht. dass man sich schon bei der Erzeugerin umbr*ngen wollte laut Akte, wusste ich auch nicht. ich war schockiert von meinem Kind-ich. Wie ist es auf sowas gekommen? da war man so 5/6 Jahre alt. Und man hatte schon so viel durchgemacht. Man war müde vom Leben. oder so ähnlich.
ich switche die ganze Zeit vor und zurück in der timeline, es tut mir leid. aber alles kommt so sprunghaft.
man mag das Heim nicht, weil es mich bestraft hat, weil es so unvorhersehbar war und alles war so... ekl*g und einengend. da war kein Platz für mich. man hatte kein Zimmer für sich allein. alle K*nder haben sich zu zweit ein Zimmer geteilt. und so ging es weiter, auch bei der T*nte und dem *nkel. man hatte erst ein Durchgangszimmer für uns und dann ein Zimmer für mich, aber mit dem Kleiderschrank der anderen im Raum. keine Privatsphäre, kein R a u m für mich allein. immer in Alarmbereitschaft. nie s i c h e r. bis man 15/16 war.
außer als man bei der Erzeugerin gelebt hat, aber da war das zimmer auch ein Gefängnis. wenn man eingesp*rrt wurde. für stunden. without access to the t**let or to the k*tchen for f**d. die Erzeugerin hat nicht auf mein/unser Geweine reagiert. auf nichts. bis sie fertig war mit b*str*fen. und hin und wieder haben wir in dem Bettkasten des Bettes der Erzeugerin geschlafen, zur Sicherheit (?) um sie zu beobachten (?). wir konnten nie schlafen. nicht richtig. waren in der Nacht wach und haben ferngesehen, die Lavalampe beobachtet oder die Erzeugerin. das waren sichere Stunden. in denen uns niemand was angetan hat. aber manchmal mussten wir auch arbeiten. Die Zeitung sortieren, für die Erzeugerin, damit sie das nicht tun musste. Oder wir sollten sie wecken für den einen wichtigen Termin, aber sie schlief so friedlich und wir waren schon soo lange wach, dass wir nicht einschätzen konnten, wann wir sie wecken sollten. Wir wollten nicht, dass sie sauer auf mich ist. (der Körper wird ruhiger je mehr ich getippt und erzählt habe).
- B R E A K -
man musste schon in der Geburtsstadt mit ihr arbeiten, war nie richtig im Kindergarten, wenn's hochkommt ein oder anderthalb Jahre insgesamt in diesem Leben. es hat nie jemanden interessiert, ob da wir da waren oder nicht. in dem Kaff in dem wir gelebt haben später, musste ich alleine in den Kindergarten, welcher über 2 km entfernt war, was für kinder echt viel ist. und insgesamt war das meine Zeit des "Großwerden" und Loslösen.
(ich merke, wie ich mich gedanklich davon distanziere und weit weg gehe)
(10 minuten später)
ich kann nicht mehr. ich bin sehr sehr weit weg. im chemieunterricht der 9. oder 10. klasse idk.
bvgfljrnvökvfldskjvblkfvb ich bin leer. und mein körper ist fertig.
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