Direkt zum Hauptbereich

Rant und TW

Meine Finger verharren lange über der Tastatur. 
Man überlegt lange hin und her, was man sagen will und was man sagen will geht nicht. Weil trigger. Weil tabu. Weil trauma.

Es brennt in mir, in den Ichs. 

An Jay/euch:
„Eine Person wird bewältigen, was sie kann,
Abwehren, wenn sie muss,
Und fragmentieren, wenn sie dazu gezwungen ist.“

Ich habe das vor Jahren gefunden, 2018?, ich weiß es nicht mehr. Irgendwann.

Es wird uns bewusst, wie viele Handlungsstränge unser Leben ausmacht. Es gibt nicht DEN EINEN Strang. Es sind so viele mit ihrer eigenen Geschichte, mit ihren eigenen Personen, mit ihrem eigenen Ich von mir. Ich kann es nicht einordnen, noch kann ich es bewerten und sagen, was es bedeutet. 
Ich wünschte, ich könnte vertrauen und wäre nicht in meinem Muster gefangen und dazu verdammt immer und immer wieder gleich zu handeln, als ob ich nie dazu gelernt hätte. 
Wir sind nicht mehr 4. oder 14. aber gewissermaßen verhalten wir uns immer noch gleich. 
Man hätte schon früher, als ich 4 war, Sagen können, dass ich die genetische Disposition der Erzeugerin übernommen hatte. Und sie war schon am Aufblühen. Ja. Nein. Total. Gar nicht. Schwarz. Weiß. Alles. Nichts. Gefangen im Reigen der eigenen Welt zwischen Extremen. 
Und dann kamen die Faktoren, die die Disposition herausgefordert haben. Extreme Erzeugerin, die sich ihrer nicht bewusst war. Der Nachbar, bei dem wir bis heute nicht wissen, ob er uns angef*sst hat. Mein Bauch sagt ‚Ja‘, mein Kopf sagt ‚nein‘, weil wir keine aktive Erinnerung haben. 
Wir wissen nicht, was wir glauben sollen. 

Und dann
Das Kinderheim. 
In dem wir ... wollen es nicht sagen. Aber wollen. 
Die Bilder vor den Augen, rein gebrannt. Um uns zu verhöhnen und um uns unserer Schuld deutlich zu werden. 
Wie konntest du dieses ‚Spiel‘ mitspielen? Wolltest du es? 
Warum? 
WARUM?
WARUM?


Es wurde festgehalten, nichts genaues. Nur ... das sichtbare, was uns fast wie ein heißes Messer zerschnitten hat, als wir es in der Akte gelesen haben. Ich wollte sterben, und mein 6/7. jähriges Ich ist... zersplittert, mehr als es schon war. Es tat ihm leid. Es würde alles tun, um es ungesehen zu machen. Es will kein T*ter sein. Will die K*nderseele nicht kaputt gemacht haben. 

Frage vom Beobachter: aber hat sie nicht dich dazu gebracht? Hat nicht sie dich kaputt gemacht? 
Ich weiß es nicht. Ehrlich. Schuld. Unschuld. Zu kompliziert für mich momentan. Für immer. 
Wir fühlen nichts. Nur Sch*m und Sch*ld. 
Wenn wir könnten, würden wir uns umbr*ngen. Um dem zu entkommen, was im Kopf wabbert. 

Wir haben es schon einer Person anvertraut. Sie hat uns nicht bewertet und hat uns auch nach dem Geständnis wertgeschätzt. Sah mich nicht anders. 



(Wir brachen den Text ab)




Mussten die Haut in der wir leben, zerh*cken. 
Verzieren uns mit Tattoos, damit wir in uns leben können, weil es dann nicht mehr UNSERE Haut ist. Nicht die von vor XX Jahren. 


Ich weiß nicht, wie ich anfangen soll, schreiben soll. 
Ohne dass ich sterben will und ohne groß zu triggern, aber ich glaube, dass das bei dem Thema nicht geht. 
Und eigentlich ist es mein Blog. Ich darf schreiben, was ich möchte. Aber ich möchte auf euch aufpassen. Nur passe ich leider zu oft auf euch auf und zu wenig auf mich. Und das füllt den Wütenden mit noch mehr und mehr und mehr Wut, mit der ich dan leben muss. Er hasst Menschen, weil niemand jemals auf mich Rücksicht nimmt. 
Wir sind die meiste Zeit unserer Existenz lieb und freundlich und verständnisvoll und ach ja, ich habe Kapazität dafür; nein, alles gut ich bin für dich da; nein du bist nicht zu viel. 

Aber... aber wenn wir dann mal DA sein wollen und Kapazität brauchen, dann sind WIR zu viel und zu TOXISCH und eigentlich hat XY auch keine Kraft und Lust dazu, weil deren leben ja so hart ist. Bla bla bla fickt euch doch. Ich hoffe, dass ihr alle st*rbt. Wir hassen euch für eure Doppelmoral und Doppelstandards. Wieso sind wir so selbstlos und achten auf euch und kriegen nur ein „Gott bist du egoistisch und toxisch“ zurück? Nie hat uns jemand ‚selbstlos‘ genannt. Nie. Immer nur ‚egoistisch‘ und ‚egozentrisch‘ oder ‚narzisstisch‘. Ihr Idioten, ihr die sich nur im Selbstmitleid baden. Ich hoffe, ihr ertrinkt darin. Wirklich.  (Text vom Wütenden in mir).

Ich glaube nicht, dass wir mehr gelitten haben als andere, auf keinen Fall. Aber wir würden gerne die Aufmerksamkeit und Wertschätzung dafür haben. 
Nicht mal unsere engsten Freunde wissen genau, was passiert ist. Und wir würden so VIEL sein, wenn wir es ihnen erzählen würden, glaube ich. 
Ich habe nie gelernt, wie man in Selbstmitleid badet. 
Wir mussten es immer in uns behalten, weil niemand die Kapazität dafür hatte, weil sein eigenes Leid größer und schlimmer ist, als das anderer Menschen.
„Und ach komm, das war doch nicht schlimm. Klar nicht toll, aber hey du lebst noch und ach komm, so dramatisch brauchst du jetzt auch nicht sein. Hast nen Zuhause und Essen, hast es besser als viele andere in deiner Lage. Und ey guck mal, Gymnasium und so. Voll gut, so schlimm kann‘s ja echt nicht sein. Ansonsten würdest du das nicht hinbekommen und guck mal, schaffst es ja auch aufzustehen, boah sogar um 6:00 Uhr. Andere schaffen nicht mal das, also dir gehts echt gut/zu gut, komm mal runter. Noten sind doch superduper. Heul nicht rum.“
Mein Umfeld summa summarum (also F*milie und die Leute von damals). 
Teilweise auch mein Freund, auch wenn er mehr versteht. 
Aber bei ihm darf ich auch nicht soo viel „rum heulen“, weil das macht die Beziehung voll toxisch und er muss halt gerade erstmal mit seinen Problemen klar kommen und ich lebe ja schon in der Jugendhilfe und hab‘s besser als er. Ich lebe ja nicht mehr bei der F*milie. Und ich verstehe ihn ja nicht und bla bla bla. 
RANT MODE


Also wieder alles in mich hineinfressen. Und in der Therapie sind wir auch zu intensiv. Danke, Frau Therapeutin. Nennt sich mein Leben. Hab‘s mir so jetzt auch net ausgesucht, nh? Wollt‘s auch eher anders. 
Aber klar, man kann‘s für sie auch sanfter und leichter machen, sorry.

Erst sind wa zu fett und dann sind wa seelisch zu fett. Nice. 

Das die meisten nicht mal im Ansatz wissen, durch welche Höllen wir gegangen sind, ist ja auch egal dabei. 

Wir wollten mit nicht mal 6, SECHS VERFICKTEN Jahren, st*rben. Und wurden dafür von der Erzeugerin als dumm und unnütz bezeichnet. Und wir sollen jetzt putzen und für uns selber sorgen, weil wir zu viel sind. 

Wurden im H*im m*ssbr*ucht, von gleichaltrigen fun fact, und wurden dann von der T*nte und dem widerlichen *nkel aufgenommen. Und nur körperlich versorgt, weil lol war doch alles nice bei deiner F*milie. 
Wurden dann in der neuen Grundschule (die 4. in der wir angemeldet wurden, worüber niemand aber jemals ein Sterbenswörtchen verloren hat) wieder in alte Verhaltensweisen reingezogen und wieder m*ssbr*ucht von gleichaltrigen. Und da sagt mir jemand, dass Frauen keine T*ter sein können. Fickt echt. Danke für nichts. Aber nein, nein, ich bin ja der T*ter und der Sch*ld*ge, weil. ich. es. ja. wollte. Ahahahahahahahahahahahaha. 

Und dann später die M*nner, die es auch getan haben. Weil ich nicht NEIN sagen konnte, nie gelernt habe. 
Und das ist nur der k*rperl*che M*ssbr*uch. Wir reden hier nicht mal im Ansatz über die psychischen Probleme/Schmerzen. Wir haben jegliche Arten von M*ssbr*uch erlebt. 
Okay, das klingt mega dramatisch, aber an den Fakten können wir nichts ändern. Und dann... UND DANN. SIND WIR ZU VIEL WEIL WIR DIE FAKTEN NENNEN UND WAS SIE MIT UNS MACHEN. FICKT EUCH. ST*RBT. FÜR UNS HAT NATÜRLICH NIEMAND KAPAZITÄT, WÄRE JA ZU SCHÖN. 

Aber ja ja, wir sollen für jeden da sein und ihnen helfen, weil sie ja niemanden haben und ich ja so verständnisvoll bin und bla bla bla. 
Aber ich ruiniere es ja, wehe ich sage mal was, was über „ich habe mein weißes Shirt mit meiner roten Wäsche gewaschen oh no“ hinausgeht. 
Ich solle es doch positiver sehen alles. Und es ist ja vorbei und dir geht‘s ja jetzt gut. Und oh nein, wie kannst du denn depressiv sein??? Es ist doch alles SO GUUUT. Fuck it. Sorry, dass ich einmal im Jahr abkacke, tut mir echt leid. Ich werde es beim nächsten Mal nicht machen, tut mir leid. Aber eurer Dauerdepression geht‘s soweit gut, oder? Alles klärchen. 

Wenn ich mich sooft in Selbstmitleid baden würde, wie die Leute in meinem näheren und ferneren Umfeld, würde ich ja zu echt nichts mehr kommen. Meine Güte. Ich hab keine Zeit für schlechte Stimmungen. Muss noch XYZ machen, aber klar, ‚mir kann‘s ja auch mal schlecht gehen ;)‘. 

Ich könnte damit echt lange fortfahren, aber mich pisst meine eigene Stimmung echt an, und am Ende des Tages, was bringt es? 
Es wird eh keiner verstehen oder zulassen. Also warum weinen, wenn‘s eh egal ist? Drück‘s weg in die Tiefe deines Unterbewussten. Und hoffe, dass du früh genug abkratzt als das es ein echtes Problem werden kann. 
Danke, für eure Aufmerksamkeit. Wird mehr sein, als ich sonst jemals bekommen habe in den letzten Jahren. Yay. 
Dieser Aufreger sollte für die nächsten *auf die Uhr guck* 7 Jahre wieder reichen. 

XO 

Kommentare

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

27/10/25

 Immer noch da und irgendwie mittlerweile sogar glücklich und stabil.  Es ist kaum zu glauben. Mir haben wohl immer die richtigen Hormone gefehlt. Essstörung nur als Ausdruck des falschen Körper(-bildes). Was ein Witz, den gehen tut sie trotzdem nicht. Aber die Depression ist besser und eigentlich nicht mehr da. Die Panikstörung auch nur noch minimal. Und wenn dann auch nur noch bei Trauma bezogenen Dingen.  Vielleicht kommt auch bald dann noch die Mastek. Dann kann ich glücklicher leben und freier atmen. Vielleicht sogar glücklich sterben, irgendwann in 50-60 Jahren. Wow, was eine lange Zeit, um zu leben.  Ich kann mittlerweile sogar den Anspruch verstehen, warum man versucht glücklich zu sein bevor man stirbt. Es lebt sich besser. Aus Traurigkeit zu sterben ist ... nicht erfüllend.  Ich denke manchmal an meine Jugend, in Fetzen, und bin ganz okay. Ich hänge nicht mehr so in der Tiefe und der Melancholie und dem ganzen Leiden. Ich habe es ein bisschen abgestrei...

14/11/24

 Mich gibt’s noch, oder so ähnlich.  Einiges wurde in der aktuellen Stadt zu Ende gebracht. Ausbildung. Beziehungen.  Jetzt geht’s für mich in die nächste Stadt. Oder wieder zurück, je nachdem wie man es betrachtet.  Einige Gedanken kommen da wieder hoch, Erinnerungen gleich dazu.  Ich muss mich zum Teil wieder vermehrt aktiv damit auseinandersetzen, mich abzugrenzen.  Von den Erinnerungen, von dem ich, dass ich damals war. Ich bin jetzt älter, anders, erwachsener. Mehr ich.  Ich bin nicht mehr dieselbe Person und doch … die Erinnerungen kleben ja doch an mir und sind da und haben mich geformt.  Hilft auch nicht, dass ich ziemlich nah an den alten Stadtteil gezogen bin. War keine aktive Entscheidung. Und auch keine, auf die ich aktiv stolz bin.  Naja, die Wohnung ist gut und ich kann mich auch in den östlichen Teil orientieren, da war ich noch nie.  Aber zurück zu kommen hat auch Vorteile. Es fühlt sich alles wieder familiär an, bekannt....
Ich bin seit letzter Woche wieder aus der Klinik raus und mir geht es seitdem so dreckig. Ich habe null soziale Interaktionen (nicht, dass ich nicht wollen würde) und meine Depression lässt grüßen. Ich nehme alle offiziellen Sachen wahr (was nicht viel ist), aber gleichzeitig hab ich für nichts Kraft und Energie und Motivation. Ich drehe langsam wieder mal durch, ich hab keine Verbindung mehr zu meinen Gefühlen und ich vermisse Menschen. Meine Bezugsbetreuerin aus der Klinik, meine Therapeutin, die grün-links versiffte Stadt und meinen Standard-Balzac. Ich bin so leer und meine Medis wirken nicht und ich verstehe mittlerweile sehr gut, woher die Motivation zum Arbeiten herkommt. Ich will wieder was fühlen. Ich will leben.